Deutsche Expansion von Equinix beschleunigt das globale digitale Business

Das Hamburger Rechenzentrum wird für regionale und multinationale Unternehmen neue Wege eröffnen

Donald Badoux

Einer der interessantesten Aspekte des Lebens und Arbeitens in Deutschland ist, dass dieses Land aufgrund seiner geografischen Lage und wirtschaftlichen Bedeutung eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Weltwirtschaft einnimmt. So wird erwartet, dass Deutschland – nach den USA, China und Japan die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt – im Jahr 2019 ein Bruttoinlandsprodukt von rund 4,2 Billionen US-Dollar produzieren wird. Dieser Erfolg auf der Weltwirtschaftsbühne hängt maßgeblich mit dem stabilen Wirtschaftswachstum und der niedrigen Arbeitslosenquote zusammen (3,8 % in 2017). Deutschland ist eine Mischwirtschaft, die einen freien Markt anbietet und gleichzeitig über ein Regelwerk zum Schutz der Bürger verfügt. Als Mitglied der Europäischen Union (EU) nutzt es die kombinierte Kaufkraft der EU mit dem Euro sowie die niedrigen Zinssätze und fördert so die globalen Investitionen in seine Wirtschaft[1].

Deutsche Märkte sind regionalspezifisch und nicht auf einzelne Wirtschaftsräume rund um eine Großstadt fokussiert. Die Unternehmen agieren lokal und beziehen die von ihnen benötigten Waren und Services überwiegend von regionalen Zulieferern. Die International Business Exchange™ (IBX®) Rechenzentren von Equinix sind Business Hubs für mehr als 900 Unternehmen, die in neun deutschen Rechenzentren an den drei Standorten – in Frankfurt und Düsseldorf sowie in München – präsent sind. Diese starke Präsenz ist einer der Gründe, weswegen wir unsere Umsätze hierzulande in den letzten fünf Jahren verdoppeln konnten. Mit Hamburg (HH1) möchten wir nun einen weiteren Standort ankündigen, über den wir für Unternehmen im Norden des Landes den Bedarf an digitalen Services abdecken können. Dadurch bauen wir unsere Reichweite erneut aus und sind in der Lage, eine Reihe neuer Kunden zu bedienen – darunter viele der in Deutschland ohnehin bereits florierende multinationale Konzerne aus den Branchen Finanzdienstleistungen, Fertigung, Transport, Gaming, Gesundheitswesen und Einzelhandel.

Das neue Rechenzentrum in Hamburg soll im dritten Quartal 2019 seinen Betrieb aufnehmen. Unsere Investitionen in Höhe von 9 Millionen Euro (11 Mio. US-$) in den Kauf des Gebäudes in Hamburg sowie 22 Millionen Euro (25 Mio. US-$) in dessen Um- und Ausbau addieren sich zu den 132 Millionen Euro (150 Mio. US-$), die wir in 2018 in die Erweiterung unserer IBX-Rechenzentren in Frankfurt investiert haben. Mit HH1 steigern wir unsere globale Präsenz um weitere 12.000 m² (130.000+ ft²) Colocation-Fläche. In der ersten Ausbauphase werden im HH1 375 Cabinets zur Verfügung stehen, nach dem Vollausbau erhöht sich diese Zahl auf 1.875.

Hamburg: ein Zentrum der internationalen Wirtschaft

Hamburg ist die zweitgrößte Stadt Deutschlands, die Metropolregion Hamburg hat mehr als fünf Millionen Einwohner. Der Wirtschaftsraum der Hansestadt weist eine hohe Konzentration multinationaler Unternehmen auf, darunter große Automobil- und Konsumgüterkonzerne. Hamburg ist als „Industriemetropole” Deutschlands bekannt. Der Hamburger Hafen an der Elbe ist ein wichtiger Teil in den Lieferketten der florierenden regionalen Produktionsbetriebe. Als größter Seehafen in Deutschland und nach Rotterdam und Antwerpen drittgrößter Containerhafen Europas generiert er 21,8 Milliarden Euro (25 Mrd. US-$) landesweit. An diesem wichtigen Logistikstandort treffen jährlich rund 10.000 Hochseeschiffe ein. Zudem starten oder enden hier wöchentlich mehr als 1.300 Güterzüge, also mehr als 10 Prozent des gesamten Schienengüterverkehrs in Deutschland. Rund 40.000 Lkw fahren jeden Tag in den Hamburger Hafen[2].

Das neue Rechenzentrum HH1 wird eine strategische Drehscheibe als Ladungspunkt für Seekabelsystembetreiber bilden – beispielsweise für unseren Partner Eastern Light, der Zugang zu Seekabelstrecken in ganz Europa bietet. Auch andere Anbieter mit Routen in die Region APAC und in die USA werden im HH1 präsent sein. Hamburg ist zudem ein führender Handelshafen für Unternehmen aus China und dem weiteren asiatisch-pazifischen Raum: Ansässig sind vor Ort derzeit mehr als 550 chinesische, 100 japanische und 50 taiwanesische Unternehmen. Diese machen Hamburg zu dem deutschen Standort mit der größten asiatischen Wirtschaftspräsenz[3].

Die Metropolregion Hamburg generierte in 2016 ein BIP im Wert von 149,85 Milliarden Euro (172 Mrd. US-$) und ist damit der drittgrößte Wirtschaftsraum in Deutschland. Die hier ansässigen regionalen und multinationalen Unternehmen benötigen im Rahmen ihrer digitalen Transformation zunehmend globale Interconnection-Services, um Menschen, Standorte, Clouds, Daten und Dinge miteinander zu verbinden. Das Equinix-Rechenzentrum HH1 wird unseren Kunden die Möglichkeit bieten, eine einzige, miteinander verbundene globale Plattform für diese unternehmenskritischen Verbindungen zu nutzen. Somit können große Volumina latenzsensitiver Daten und Anwendungen am Rand ihres digitalen Netzwerkes – also in unmittelbarer Nähe zu Endanwendern und lokalen Märkten – gespeichert, verarbeitet und verteilt werden.

Deutschland: ein Interconnection Hub für regionale und globale Unternehmen

Die Rechenzentren von Equinix Germany fungieren als zentrale Verbindungsknoten für viele regionale und multinationale Unternehmen sowie eine breite Palette an Unternehmensökosystemen, die ihre globale Präsenz ausbauen und latenzoptimierte Verbindungen zu Kunden und Partnern aus ihrer Lieferkette nutzen möchten. Weiterhin bieten sie in Deutschland über Equinix Cloud Exchange Fabric™ (ECX Fabric™) den lokalen Zugriff auf die Services von Cloud- und SaaS-Providern wie AWS, Google und Salesforce. Kunden von Microsoft Azure mit Sitz in Hamburg können künftig über die direkte Verbindung des HH1 zu Equinix Amsterdam sofort auf diese Cloud-Plattform zugreifen.

Weiterhin betreibt Equinix Germany auch die Standorte für den weltweit größten Internet Exchange DE-CIX Frankfurt sowie die Internet Exchanges ECIX, NL-IX, KleyRex und DataIX. Führende internationale Finanzdienstleister, Handels- und Automobilunternehmen sowie globale Konzerne mit ihren Präsenzen in der größten europäischen Volkswirtschaft profitieren von den unmittelbar verfügbaren, privaten Interconnection-Services, die eine hohe Datensicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften gewährleisten.

Die von Equinix veröffentlichte Marktstudie Global Interconnection Index (GXI) prognostiziert, dass Rechenzentren in Frankfurt bei der Interconnection-Bandbreite mit 58 Prozent die höchste Wachstumsrate in Europa erreichen. Interconnection-Bandbreite steht für den Gesamtwert der gemessenen Bandbreite beim privaten und direkten Austausch von Traffic zwischen Unternehmen[4]. Frankfurt verfügt nach London (681 Tbit/s) mit 373 Tbit/s über die zweithöchste installierte Kapazität an Interconnection-Bandbreite in Europa. Diese starke Zunahme privater Interconnection-Verbindungen in Deutschland entspricht den Branchentrends in ganz Europa, wobei die durch eine wachsende Zahl von regulativen Vorgaben notwendige Daten-Compliance als Impulsgeber für die zunehmende Nutzung von Interconnection-Services fungiert. In Kombination mit den hohen Wachstumsraten der Wirtschaft und dem grenzüberschreitenden Handel in Deutschland, sind sichere und direkte Verbindungen eine entscheidende Voraussetzung für ein weiteres Anhalten des wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland und für den wichtigen Beitrag, den das Land zur weltwirtschaftlichen Entwicklung beiträgt.

Eric Schwartz, President von Equinix EMEA, sagte: „Die deutsche Wirtschaft ist nach wie vor eine Basis für ein starkes Europa, und die Unternehmen, die ihre IT transformieren, stehen für den wachsenden Bedarf an Interconnection-Services. Durch die Expansion in einen vierten deutschen Markt sind wir bei Equinix in der Lage, unseren Kunden eine größere Auswahl an Standorten für den Aufbau ihrer Präsenz an der Digital Edge anzubieten.‟

Besuchen Sie diese Seite auch in naher Zukunft, um mehr über die für Herbst 2019 angekündigte Eröffnung von HH1 zu erfahren. In der Zwischenzeit können Sie unseren Leitfaden zur Interconnection-Strategie nutzen, um sich darüber zu informieren, wie Sie eine lokale, regionale oder globale Interconnection-Strategie erfolgreich umsetzen.

[1] The Balance: “German’s Economy, Its Successes and Challenges,” Dezember 2018.

[2] Port of Hamburg: “Linien- und Feederdienste verbinden Hamburg mit der ganzen Welt”

[3] Hamburg Invest: “Internationale Handelsmetropole”

[4] Interconnection-Bandbreite wird definiert als die notwendige Kapazität, um mit einer Reihe von Geschäftspartnern und Providern Daten über direkte, private Verbindungen an dezentralen IT-Traffic-Exchange-Points innerhalb Carrier-neutraler Colocation-Rechenzentren auszutauschen.

Donald Badoux
Donald Badoux Managing Director at Equinix (Germany) GmbH