Das digitale Business auf dem Weg zum digitalen Rand des Netzwerks

Die 3. Ausgabe des Global Interconnection Index zeigt, warum Unternehmen ihre Daten zu mehr als 50 Prozent an die Digital Edge verlagern

Steve Madden

Die globale Digitalwirtschaft wird aus Ökosystemen bestehen, …
… über die bis 2025 mehr als 60 Billionen US-Dollar umgesetzt werden
– McKinsey

Das Datentransfervolumen zwischen Unternehmen am Rand des digitalen Netzwerks steigt, und zwar …
… bis 2022 auf geschätzte 80 Zettabyte
– IDC

Für mehr Leistung und Sicherheit sind private Direktverbindungen zwischen den Unternehmen erforderlich, …
… was die Interconnection-Bandbreite auf das 13-fache des weltweiten Internet-Traffics steigern wird.
– Global Interconnection Index

Diese Markterkenntnisse spiegeln eine seismische Verschiebung wider, die weltweit alle Branchen betrifft: Unternehmen verlagern ihre Computing-Ressourcen von zentralen Rechenzentren auf eine hybride Infrastruktur an den Rand des Netzwerks, um Daten über verteilte Standorte schneller als je zuvor erstellen, nutzen und austauschen zu können. IDC prognostiziert daher, dass schon 2022 mehr als 50 Prozent der von Unternehmen generierten Daten außerhalb des Rechenzentrums oder der Cloud generiert und verarbeitet werden[1].

Diese Entwicklung führt zu einem exponentiellen Anstieg des Bedarfs an Interconnection, um Daten zwischen den Unternehmen in den digitalen Ökosystemen am Rand des Netzwerks privat auszutauschen. Eine kürzlich von APCO Insight erstellte unabhängige Studie, für die 2.485 IT-Entscheidungsträger aus unterschiedlichen Unternehmen in Amerika, EMEA und im asiatisch-pazifischen Raum befragt wurden, ergab, dass fast die Hälfte (45 Prozent) der Studienteilnehmer davon überzeugt ist, dass Interconnection der Schlüssel zum Fortbestehen ihres Unternehmens darstellt. 48 Prozent sehen in Interconnection den entscheidenden Faktor für eine erfolgreiche digitale Transformation[2].

Um das beschleunigte Wachstum der Digitalwirtschaft abzubilden und die Leistungsfähigkeit von Interconnection voll auszuschöpfen, veröffentlichen wir jedes Jahr den Global Interconnection Index (GXI). Für diesen Report messen und prognostizieren wir das Wachstum der globalen privaten Interconnection-Bandbreite, die Unternehmen für ihr digitales Business benötigen. Die nun vorliegende 3. Ausgabe des GXI zeigt, dass mit zunehmender Digitalisierung der globalen Wirtschaft auch die installierte Kapazität an Interconnection-Bandbreite weltweit zunimmt und in 2022 voraussichtlich 13.300+ Tbit/s erreichen wird[3]. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate, CAGR) von 51 Prozent weltweit, was eine Steigerung des im Vorjahr prognostizierten Werts um 7 Prozent bedeutet.

Tatsächlich ist Interconnection allen anderen Verbindungsoptionen weit überlegen, da Interconnection die Latenzen senkt, die Sicherheit erhöht und die Kosten minimiert. Prognostiziert wird, dass die Wachstumsrate der Interconnection-Bandbreite bis 2022 doppelt so hoch ist wie die des Internet-Traffics und dass das per Interconnection transferierte Datenvolumen um den Faktor 13 höher sein wird. Dies entspricht 53 Zettabyte (ZB) pro Jahr oder 10 Milliarden E-Mails mit Anhängen in einer Minute.

13.330+ Tbit/s

stehen für die erwartete installierte Kapazität an Interconnection-Bandbreite in 2022.

Interconnection: Mehr Vorteile für das digitale Business

Die 3. Ausgabe des GXI verfolgt, misst und prognostiziert das Wachstum der Interconnection-Bandbreite und stellt diese Informationen der Digitalen Wirtschaft zur Verfügung. Es wird die Akzeptanz von Interconnection anhand der Aktivitäten Tausender Service-Anbieter und Unternehmen in Carrier-neutralen Colocation-Rechenzentren weltweit analysiert. Durch die Untersuchung von mehr als 4.000 Implementierungen in vier Regionen (Nordamerika, Lateinamerika, Europa und Asien-Pazifik) kann der GXI werthaltige Informationen bereitstellen und dokumentieren, wie führende Unternehmen in elf maßgeblichen Branchen ihre IT-Infrastruktur optimieren, um ihre Wertschöpfung am Rand der digitalen Netzwerke zu steigern. Indem die Interconnection-Bandbreite als praxisnahe Maßeinheit für das globale Wachstum und die Integration des digitalen Business herangezogen wird, können Unternehmen den Stand ihrer eigenen digitalen Transformation mit den Entwicklungen in verschiedenen Regionen und Branchen sowie mit dem Wettbewerb in den Ökosystemen vergleichen.

Weiterhin veranschaulicht der GXI, welche Erkenntnisse wir aus 20 Jahren der Zusammenarbeit mit fast 10.000 Unternehmen und Serviceanbietern ziehen können. Diese Kunden befinden sich bei den digitalen Veränderungen in der vordersten Reihe und müssen sich mit der stetig komplizierter werdenden Aufgabe auseinandersetzen, immer größere Datenmengen mit mehreren anderen Unternehmen in verschiedenen Netzwerken, Regionen und Ländern direkt und sicher auszutauschen. Die so erworbenen Praxiserfahrungen belegen, dass Interconnection nicht nur die geringsten Latenzen aufweist, sondern auch die kostengünstigste Vorgehensweise ist, um Daten zwischen Unternehmen am Rand der Netzwerke zu transferieren:

  • Entfernung ist der größte Leistungskiller für digitale Anwendungen. Aktuell machen latenzsensitive Workloads Antwortzeiten zwischen <60 und <20 Millisekunden erforderlich.
  • Unternehmen müssen die Distanz zwischen Nutzern, IT-Systemen und Clouds minimieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben sowie die Anwendungsleistung und User Experience zu verbessern.
  • Die Präsenz an der Digital Edge ist ein wesentlicher Wachstumstreiber für das Business. Private Interconnection an strategischen Standorten am Rand der digitalen Netzwerke realisiert daher Mehrwert.

Der GXI definiert zudem fünf maßgebliche Schritte, die es in ihrer Kombination erlauben, den Fortschritt eines Unternehmens beim Einsatz von Interconnection und seine Zukunftstauglichkeit im digitalen Business zu beurteilen. Diese zeitnahen Informationen sind eine Unterstützung bei der Entwicklung einer innovativen digitalen Geschäftsplattform, die Unternehmen optimal an der Digital Edge platziert, sodass Sie ihren Kunden, Mitarbeitern und Partnern weltweit ein Plus an Mehrwert bieten können.

Weiterhin finden sich in der 3. Ausgabe des GXI erstmals detaillierte Ergebnisse einer Analyse der globalen Interconnection- und Bereitstellungsmuster von 450 Equinix-Kunden, die Organisationen dabei unterstützen können, ihre digitale Transformation effizienter, kostengünstiger und schneller durchzuführen.

Treibende Trends in der globalen digitalen Transformation

Die zentralen makroökonomischen, technologischen und regulatorischen Trends wie das digitale Business, die Urbanisierung, Cybersicherheit, das wachsende Datenvolumen und Compliance sowie Business-Ökosysteme haben dazu geführt, dass das aktuelle digitale Zeitalter nicht nur von Chancen, sondern auch von Komplexität und Risiken geprägt ist. Der GXI stellt daher nicht nur Analysen zum Wachstum der Interconnection-Bandbreite, sondern auch zu den Auswirkungen der Makrotrends in verschiedenen Regionen zur Verfügung. Denn abhängig vom Digitalisierungsgrad der Regionen variieren die hochgerechneten Wachstumsraten der Interconnection-Bandbreite. So wird prognostiziert, dass Nordamerika in 2022 mit einem Anteil von 38 Prozent am Gesamtmarkt der weltweit führende Verbraucher von Interconnection-Bandbreite sein wird, gefolgt von Europa mit 22 Prozent. Die in Sachen Interconnection-Bedarf am schnellsten wachsenden Regionen, Lateinamerika und Asien-Pazifik, werden innerhalb von fünf Jahren ihre Anteile voraussichtlich von 8 auf 11 Prozent (Lateinamerika) und von 25 auf 29 Prozent (Asien-Pazifik) steigern.

38 Prozent

und damit der höchste Anteil am weltweiten Interconnection-Markt wird für Nordamerika prognostiziert.

Regionaler Blick auf die installierten Kapazitäten an Interconnection-Bandbreite

Die 3. Ausgabe des GXI stellt ausführliche Analysen zum Einsatz von Interconnection für folgende Regionen zur Verfügung:

Einsatz von Interconnection zwischen Konsumenten und Produzenten nimmt zu

Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung der Weltwirtschaft ist der Erfolg von Interaktionen und Datenaustausch zwischen digitalen Nutzern und Produzenten zunehmend davon abhängig, ob diese Prozesse am Rand des digitalen Netzwerks stattfinden – also dort, wo der Abstand zwischen den Akteuren minimiert und eine optimale Leistung gewährleistet ist. Gleichzeitig verwischen sich die Grenzen zwischen Konsumenten und Produzenten, wodurch die Zuordnung zu einer vertikalen Branche für die Akteure zweitrangig wird, die sich als digitales Unternehmen verstehen. Traditionelle Unternehmen, die bislang typischerweise lediglich digitale Services in Anspruch nahmen, bieten heute häufig auch digitale Produkte an und vermarkten sie branchenübergreifend bei Neu- und Bestandskunden. Ein Beispiel liefert ein Unternehmen, das ursprünglich als Konsument Satellitendaten zum globalen Wetter abgerufen und analysiert hat, die daraus resultierenden Ergebnisse nun aber auch für Unternehmen aus der Reise-, Versicherungs- und Einzelhandelsbranche als Dienstleistung zur Verfügung stellt. So funktioniert heute digitales Business.

Der GXI geht davon aus, dass digitale Konsumenten bis 2022 mit 56 Prozent den größten Anteil an der Gesamtkapazität der Interconnection-Bandbreite haben werden. Für digitale Konsumenten wird eine Steigerung der Wachstumsrate um das 7-fache prognostiziert, während der Bedarf der digitalen Produzenten um den Faktor 4 wächst.

7-fache Wachstumsrate

wird für den Bedarf an Interconnection-Bandbreite durch Konsumenten prognostiziert, womit sie die digitalen Produzenten überholen.

Bedarf von Konsumenten und Produzenten an globaler Interconnection-Bandbreite

Der GXI zeigt auf, welche Branchen bei digitalen Konsumenten und Produzenten die höchsten Wachstumsraten aufweisen. Weiterhin ist dargestellt, welche fünf Branchen insgesamt 72 Prozent des gesamten weltweiten Bedarfs an Interconnection-Bandbreite auf sich vereinen.

Interconnection in den Ökosystemen zeigt das Zusammenspiel im modernen Business

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Branchenteilnehmer bilden sich in den einzelnen Wirtschaftszweigen zusätzliche digitale Ökosysteme mit einer veränderten Zusammensetzung der Teilnehmer. Die Analyse der Einsatzmuster von Interconnection zur Verbindung von Unternehmen (Enterprises und Service-Provider) und Ökosystem-Partnern zeigt, wie Unternehmen Konnektivitätsservices verwenden, um Mehrwert zu erzielen und Umsatzoptionen zu erschließen, die sie allein nicht nutzen könnten.

Der GXI dokumentiert, welche Unternehmenskategorien miteinander verbunden sind. Diese Interconnection zu spezifischen Partnern im Ökosystem ist gleichzeitig die Basis für die Definition von fünf Transformationsschritten, denen alle digitalen Führungskräfte konsequent (nacheinander oder parallel) folgen sollten, um die Herausforderungen der IT-Transformation zu bewältigen und ihr Unternehmen für eine erfolgreiche digitale Zukunft zu rüsten:

Schritt 1: Netzwerkoptimierung:
Netzwerkanbieter sind für Unternehmen die Grundlage für Interaktionen und den Austausch von Daten. Daher kann angenommen werden, dass private Verbindungen zu mehreren Anbietern für eine verbesserte Netzwerkoptimierung der primäre Anwendungsfall sein wird (66 Prozent des Gesamtvolumens).

Schritt 2: Hybride Multicloud:
Verbindungen zu Cloud- und IT-Services über verteilte Standorte und Cloud-Regionen hinweg ist das am schnellsten wachsende Nutzungsszenario von Interconnection-Bandbreite bei Enterprises (112 Prozent CAGR) und Service-Providern (60 Prozent CAGR).

Schritt 3: Dezentrale Sicherheit:
Da immer mehr Unternehmen und Konsumenten mobile Endgeräte für digitale Zahlungen über Finanzdienstleister einsetzen, sind verteilte Sicherheitsservices (10 Prozent des Gesamtvolumens) am Rand des digitalen Netzwerks für die Sicherheit und Konformität dieser Transaktionen sowie für den Schutz personenbezogener Daten von größter Bedeutung.

Schritt 4: Dezentrale Daten:
Anbieter digitaler Inhalte nehmen weltweit 4 Prozent der Interconnection-Bandbreite in Anspruch, da Verbraucher rund um den Globus immer häufiger auf Online-Inhalte und -Medien zugreifen. Durch die Platzierung der Daten am Rand des Netzwerks in unmittelbarer Nähe zu den Nutzern werden entfernungsbedingte Latenzen minimiert und die Servicequalität gesteigert.

Schritt 5: Applikationsaustausch:
Supply-Chain-Partner setzen zunehmend Interconnection-Hubs ein, um Anwendungen gemeinsam zu nutzen und Daten privat mit anderen digitalen Unternehmen auszutauschen. Bis 2022 werden 2 Prozent des Gesamtvolumens an Interconnection-Bandbreite für diese Zwecke verwendet werden, hauptsächlich durch Enterprises. 

Interconnection für den Austausch unter Ökosystem-Partnern

Wenn klar ist, was hinter dem massiven Wachstum privater Interconnection in den einzelnen Branchen sowie zwischen Enterprises und Partner-Ökosystemen weltweit steckt, wird auch deutlich, wo und warum sich dieses Wachstum besonders signifikant darstellt. Dieses Wissen kann Entscheider dabei unterstützen, eine erfolgversprechende Strategie für die private Interconnection zu entwickeln und Investitionen gezielt für die Realisierung einer zukunftsfähigen IT-Infrastruktur einzusetzen.

Wettbewerbsvorteile sichern

Die 3. Ausgabe des GXI zeigt, warum es die digitale Transformation erforderlich macht, ein bislang genutztes zentralisiertes IT-Servicemodell hin zu einem geografisch verteilten und regionalisierten Modell zu verlagern. Parallel werden die fünf maßgeblichen Schritte für Unternehmen auf dem Weg zu diesem Ziel beschrieben. In kommenden Blog-Beiträgen werden wir erläutern, wie diese Schritte eingesetzt werden können, um die digitale Leistungsfähigkeit zu steigern. Weiterhin werden wir darlegen, wie sich ein Interconnection-Modell implementieren lässt, das auf der Analyse der Interconnection- und Bereitstellungsmuster von 450 Unternehmen auf Platform Equinix® über einen Zeitraum von drei Jahren basiert. Die Realisierung dieses Modells erlaubt den Datenaustausch an Punkten in unmittelbarer der Nähe zu Kunden, Mitarbeitern und Partnern und ist die Grundlage für verbesserte Unternehmensleistungen und ein außergewöhnliches Nutzererlebnis.

Bis dahin empfehlen wir Ihnen die 3. Ausgabe des Global Interconnection Index zu lesen.

 

[1]Winning in Digital Ecosystems”, Digital McKinsey Insights, Januar 2018
The Digitization of the World from Edge to Core”, IDC, November 2018

[2] Umfrage von APCO Insight, unterstützt von Equinix, August 2019

[3] Interconnection-Bandbreite wird definiert als die notwendige Kapazität, um mit einer Reihe von Geschäftspartnern und Providern Daten über direkte, private Verbindungen an dezentralen IT-Traffic-Exchange-Points innerhalb Carrier-neutraler Colocation-Rechenzentren auszutauschen.

66 Prozent

Mit 66 Prozent weisen Netzwerk-Provider den höchsten Anteil an der Nutzung privater Interconnection mit anderen Unternehmen auf.

Steve Madden
Steve Madden Vice President, Global Segment Marketing