Anbieter digitaler Services werden mehr als die Hälfte der europäischen Interconnection-Bandbreite nutzen

Die 4. Ausgabe des Global Interconnection Index sieht Anbieter von Telekommunikations- und Cloud-Services bei der digitalen Transformation in Europa führend

Matthew George

Wussten Sie, dass der Bedarf an Interconnection-Bandbreite trotz der globalen Konjunkturabschwächung weiter zunimmt? Dies zeigt sich auch in Europa, wo die Nachfrage nach Hyperscale-, Colocation- und Cloud-Services weiter ungebremst steigt, was den Einsatz von Interconnection – also den direkten und privaten Austausch von Daten zwischen Geschäftspartnern – antreibt. Laut der 4. Ausgabe der jährlich von Equinix veröffentlichten Marktstudie Global Interconnection Index (GXI) wird das Volumen des Interconnection-Traffics in Europa von 2019 bis 2023 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (Compound Annual Growth Rate; CAGR) von 45 Prozent zunehmen, was auch der globalen Wachstumsrate entspricht. Die 4. Ausgabe des GXI prognostiziert, dass die Kapazität der installierten Interconnection- Bandbreite[i] bis 2023 einen Wert von 16.300 Terabits pro Sekunde (Tbit/s) erreichen wird. Zu diesem Zeitpunkt wird Europa voraussichtlich 23 Prozent (3.782 Tbit/s) der prognostizierten global installierten Interconnection-Bandbreite beanspruchen.

PROZENTUALER ANTEIL EUROPAS AN DER GLOBALEN INTERCONNECTION-BANDBREITE BIS 2023
WACHSTUM DER INTERCONNECTION-BANDBREITE IN EUROPA (TBIT/S) VON 2019 BIS 2023

Wie digitale Vorreiter ihre Zukunftsfähigkeit sicherstellen

Die 4. Ausgabe des GXI verfolgt Veränderungen in der digitalen Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf das Digitalgeschäft. Informieren Sie sich darüber, wie Marktführer unter Einsatz ihrer digitalen Infrastruktur Wachstum fördern, wo dies geschieht und wie Sie mithilfe von Interconnection Ihre Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten können.

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Entwicklungen in Europa, die den zunehmenden Einsatz von Interconnection forcieren

Der GXI verfolgt, misst und prognostiziert das Wachstum der Bandbreite, die für private Interconnection zwischen Unternehmen eingesetzt wird, um die digitale Wirtschaft voranzutreiben. Er veranschaulicht, wie wichtige globale Trends, verstärkt durch die Auswirkungen von COVID-19, den Bedarf an digitalen Infrastrukturen auf ein Rekordniveau bringen. Zu diesen Trends zählen das schnelle Wachstum der Digitalwirtschaft, Urbanisierung, Cybersicherheitsrisiken, wachsende Datenvolumina, Compliance-Anforderungen und Business-Ökosysteme.

Europa ist dafür bekannt, dass hier mit die strengsten Datenschutzbestimmungen weltweit gelten. Daran wird sich auch nichts ändern, aber die Europäische Union (EU) ist auch bestrebt, das Wachstum der digitalen Wirtschaft in Europa zu fördern. Neue geplante Initiativen wie das ‘Gesetz für digitale Dienste’, das Programm ‘digitaler Binnenmarkt’ und die ‘digitale Finanzstrategie’ zielen darauf ab, den Rechtsrahmen für digitale Dienstleistungen zu modernisieren, den Zugang zu Online-Produkten und ‑Services zu verbessern sowie das Wachstum digitaler Netzwerke und Services zu fördern.

Parallel entstehen immer mehr öffentlich-private Konsortien zur Unterstützung der digitalen Innovation in Europa. Beispiele hierfür sind GAIA-X, ein Projekt zur Entwicklung einer europäischen Cloud-Computing-Infrastruktur, die mit den US-amerikanischen Technikgiganten konkurriert, der Europäische KI-Fond (European AI Fund), der den Aufbau eines Ökosystems europäischer Organisationen im Bereich Politik und Technologie fördert, und das gemeinschaftliche Forschungsprogramm 5G Public Private Partnership (5G PPP).

Alle diese Entwicklungen führen dazu, dass der Bedarf an privater Interconnection in Europa zunimmt.

Die Anbieter von Telekommunikations- sowie Cloud- & IT-Services zusammengenommen bis 2023 mehr als die Hälfte (54 %), soviel wie 2.052 Tbit/s, der gesamten installierten Kapazität an Interconnection-Bandbreite in Europa verwenden werden.

Service-Provider überflügeln in Europa alle anderen Branchen

Vor COVID-19 wuchs die eingesetzte Interconnection-Bandbreite bei Enterprises schneller als bei Anbietern digitaler Services. Doch dieser Trend hat sich nun umgekehrt, da die Service-Provider ihre Kapazitäten deutlich erhöht haben, um die während der Pandemie rasant steigende globale Nachfrage abdecken zu können. Viele europäische Unternehmen, die sich noch in der Anfangsphase ihrer digitalen Transformation befanden, waren nicht in der Lage, mit ihren veralteten Infrastrukturen vor Ort den wachsenden Bedarf der remote verbundenen Anwender zu erfüllen. Daher wandten sie sich an die führenden Anbieter digitaler Services, um agilere digitale Infrastrukturen an der Digital Edge nutzen zu können. Im Ergebnis lässt sich so prognostizieren, dass die Anbieter von Telekommunikations- sowie Cloud- & IT-Services zusammengenommen bis 2023 mehr als die Hälfte (54 %), soviel wie 2.052 Tbit/s, der gesamten installierten Kapazität an Interconnection-Bandbreite in Europa verwenden werden.

Die Unternehmen der Branche für digitale Medien (Content & Digital Media; CDM) war bereits dabei, auf moderne digitale Infrastruktur zu migrieren, um Cloud-basierte Workflows zu unterstützen, sich mit Partnern im Medien-Ökosystem zu verbinden und sich besser an einen sich schnell verändernden Markt anpassen zu können. Der sprunghafte Anstieg der Nachfrage nach Online-Unterhaltung während der COVID-19-Pandemie hat die digitale Transformation der CDM-Unternehmen nun weiter beschleunigt.

Im zweiten Quartal dieses Jahres nahm das Volumen gestreamter Inhalte weltweit gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 63 Prozent zu – in Europa, wo viele Länder strikte Ausgangssperren verhängten, betrug der Anstieg sogar 134 Prozent[ii]. So konnten Video-on-Demand-Dienste deutlich gestiegene Abonnentenzahlen verbuchen: Netflix verzeichnete 7 Millionen neue Abonnenten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA), Disney+ verdoppelte seine Kundenzahl annähernd auf 50 Millionen, nachdem man Anfang des Jahres in Europa und Indien gestartet war[iii]. Aufgrund dieses zusätzlich durch die Pandemie forcierten Teilnehmerzuwachses prognostiziert der GXI, dass die CDM-Branche mit einer CAGR von 52 Prozent der am schnellsten wachsende Sektor bei der Nutzung von Interconnection-Bandbreite sein wird.

Der wachsende Bedarf an Telemedizin und Fernversorgung macht das Gesundheitswesen und die Biowissenschaften mit einer CAGR von 49 % zum zweitstärksten Wachstumssektor

Die Ausnahmesituation als Innovationstreiber für andere Branchen

Der GXI veranschaulicht auch, dass sich Bereiche, die eine Digitalisierung traditionell eher zögerlich angehen, nun aufgrund der durch den Lockdown in vielen europäischen Ländern gestiegenen Anforderungen digital stärker engagieren. So weist der öffentliche Sektor hohe Wachstumsraten bei der Nutzung von Interconnection auf, da Gesundheitswesen, Biowissenschaften, staatliche Einrichtungen und Bildungswesen gezwungen waren, Dienste wie Telemedizin und öffentliche Dienstleistungen oder auch den Online-Unterricht während der weltweiten Pandemie auszubauen.

Der wachsende Bedarf an Telemedizin und Fernversorgung macht das Gesundheitswesen und die Biowissenschaften mit einer CAGR von 49 % zum zweitstärksten Wachstumssektor, während staatliche Einrichtungen und Bildungswesen mit einer CAGR von 47 Prozent an dritter Stelle stehen.

Digital führend durch Interconnection

In Europa beschleunigen immer mehr Unternehmen, die Einführung und Skalierung ihrer digitalen Infrastrukturen und den Einsatz von Interconnection-Services auf Platform Equinix®, um sich Wettbewerbsvorteile in einer sich schnell verändernden Welt zu verschaffen. Hier zwei Beispiele:

  • Ein führender Service-Provider für vernetzte Fahrzeuge, der Telematikdienste in Großbritannien anbietet, suchte eine sicherere Methode, um seine Services weltweit auszubauen. Die auf der britischen Insel eingesetzten dedizierten ISDN-Leitungen (Integrated Services Digital Network), konnten für andere Länder nicht übernommen werden. Durch die Verlagerung der IT-Infrastruktur auf Platform Equinix platzierte man sich an der Digital Edge und damit näher zu Clouds, Netzwerken, Partnern und Kunden und konnte die Cloud-first-Strategie beschleunigen. Das Unternehmen verband sich für den Empfang der Fahrzeugdaten virtuell und sicher mit Amazon Web Services (AWS) und leitete diese über das Netzwerk des Telekommunikationsbetreibers BT an Servicemitarbeiter weiter. Dadurch konnte das Unternehmen die Bandbreite um mehr als das 1.000-fache steigern, die Latenzen minimieren und gleichzeitig die Sicherheit aufgrund der dedizierten Verbindungen gewährleisten.
  • Der führende globale Mediendienstleister Red Bee Media erweiterte seine europaweite Konnektivität über Platform Equinix, um das Wachstum in seinem Channel Store zu unterstützen, in dem Tausende von Stunden an Live-Inhalten aus verschiedenen Quellen über das unternehmenseigene Netzwerk zusammengeführt werden. Per Interconnection ist es den Inhabern und Vertreibern von Inhalten nun möglich, Inhalte in unterschiedlichen Formaten in Echtzeit zu vermarkten und bereitzustellen. Red Bee wiederum realisierte eine hybride Multicloud-Architektur, um Content-Workflows zu unterstützen, um sich in unmittelbarer Nähe zu den Kunden zu platzieren. So erreichte man die nötige Flexibilität, die ein sich schnell veränderndes Marktumfeld verlangt. Aktuell weist der Channel Store ein Angebot von mehr als 1.000 aktiven Kanälen auf, das sich bei Bedarf über einen Katalog von über 10.000 weiteren Kanälen erweitern lässt.

Die Erkenntnisse aus der 4. Ausgabe des GXI basieren auf der Analyse von mehr als 450 Installationen mit 4.500 Implementierungen durch Equinix-Kunden weltweit. Sie können also den Stand der digitalen Entwicklung Ihres Unternehmen mit diesen führenden Unternehmen vergleichen, um mehr darüber zu erfahren, wie Sie eine digitale Infrastruktur konzipieren und einsetzen, die Ihnen per Interconnection strategische Vorteile verschafft.

Informieren Sie sich und lesen Sie den GXI Ausgabe 4.

 

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[i] Interconnection-Bandbreite ist definiert als die Gesamtkapazität, die benötigt wird, um Daten mittels direkter, privater Verbindungen über verteilte IT-Traffic-Exchange-Points innerhalb Carrier-neutraler Rechenzentren mit Geschäftspartnern und Serviceanbietern auszutauschen.

[ii] Conviva: The State of Streaming, Conviva’s State of Streaming, Infografik – Q2 2020

[iii] The Verge: Disney Plus surpasses 50 million subscribers, April 2020; BBC News: Netflix gets 16 million new sign-ups thanks to lockdown, April 2020

Matthew George
Matthew George Director, Segment Marketing, EMEA