Warum die Zukunft hybrid ist

Vier zentrale Überlegungen bestimmen den künftigen Weg in einer sich schnell verändernden digitalen Infrastrukturlandschaft

Matthew Gingell
Warum die Zukunft hybrid ist

Der Begriff “Hybrid” weckt zahlreiche Assoziationen – von hybriden Pflanzenarten über Hybridautos bis hin zu hybriden digitalen Infrastrukturarchitekturen. Man denkt bei diesem Wort an die Verschmelzung einer Sache mit einer anderen. Dies kann in der Genetik der Fall sein, bei der Antriebsenergie oder auch beim Architekturdesign in der IT. Im Ergebnis entsteht so etwas wie ein Zwischending: nicht das eine oder andere, sondern etwas Neues.

Denken Sie an den Plug-in-Hybrid im Automobilsektor. Hybride Autos werden sowohl über Verbrennungsmotoren durch konventionelle fossile Brennstoffe als auch durch batteriebasierte Elektromotoren angetrieben. Diese kombinierte Antriebslösung bietet potenzielle Vorteile, weist aber auch mögliche Nachteile auf. Sie ist vergleichsweise kraftstoffsparend und im Betrieb hochflexibel, da sie sowohl Benzin als auch Strom verarbeiten kann. Um von dieser Flexibilität profitieren zu können, ist jedoch eine zuverlässige und flächendeckende nationale oder zumindest regionale Elektro-Ladeinfrastruktur Voraussetzung, ansonsten beschränken sich die Vorteile weitgehend auf den Nahverkehr und gehen bei Langstreckenfahrten verloren. Grundsätzlich ist der Übergang zu reinen Elektroautos unvermeidlich, benzinbetriebene Autos werden der Vergangenheit angehören. Bis dahin ist der Plug-in-Hybrid ein Kompromiss, der sich in Richtung Elektroantrieb bewegt, aber gleichzeitig die logistischen Grenzen der realen Welt akzeptiert.

Zwischen dem automobilen Plug-in-Hybrid und der schrittweise Migration einer traditionellen, häufig veralteten physikalischen IT-Umgebung zu einer modernen digitalen Infrastruktur lässt sich eine Analogie herstellen. Denn auch bei der überwiegend physischen Legacy-IT-Umgebung ist nicht möglich, direkt und ohne Zwischenschritte zu einer rein virtuellen Cloud-Infrastruktur zu wechseln. Ein Verzicht auf diesen Wechsel ist auch keine Option, denn Sie müssen Wettbewerbsnachteil gegenüber Ihren Mitbewerbern akzeptieren, wenn Ihre IT-Infrastruktur nicht in die moderne digitale Welt integriert ist.

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Creating an agile, resilient organization through digital transformation remains a top priority, but most organizations struggle to reach the more advanced, mature stages. Read this IDC white paper to learn how organizations can accelerate, enhance, and ultimately benefit from a digital infrastructure strategy that is anchored in hybrid infrastructure and connected ecosystems.

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Der Weg in die Zukunft führt über die hybride Multicloud-Infrastruktur

Hybride Multicloud-Architekturen sind der beste Weg, um sich mit einer sich schnell verändernden Infrastrukturlandschaft auseinanderzusetzen. Sie erlauben die Verwaltung von datenintensiven Legacy-Prozessen, bieten aber gleichzeitig auch die Möglichkeit, neue Daten-Frameworks zu nutzen, die ausschließlich für die Cloud-Bereitstellung konzipiert sind.

In dem kürzlich von IDC veröffentlichten und von Equinix unterstützten White Paper “Ein Bauplan für den Erfolg in der digitalen Transformation: Beginnen Sie mit einer hybriden Infrastruktur und vernetzten Ökosystemen” äußern sich IDC-Analysten folgendermaßen zur Bedeutung hybrider Multicloud-Umgebungen: “Die meisten Unternehmen werden für ihre künftigen Geschäftsanwendungen eine hybride digitale Infrastruktur einsetzen“.

Vier zentrale, für Ihre Daten- und Anwendungsinfrastrukturen spezifische Bereiche sollten bei einer Bewertung der Vorteile von hybriden Multicloud-Lösungen für Ihre IT-Umgebung sorgfältig analysiert werden:

  • Physische oder virtuelle Implementierungen – Vor dem Einsatz einer hybriden Multicloud-Lösung müssen Sie eruieren, welche Elemente Ihrer digitalen Umgebung die Bereitstellung dedizierter physischer Hardware erforderlich machen. Eine sorgfältig ausgeführte physische Bereitstellung kann für Installation, Test und Inbetriebnahme bis zu drei Monate dauern. Alternativen sind “virtuelle” Bereitstellungen für eine Reihe von Funktionen wie Software-definierte Netzwerke (SDNs), Rechen- und Speicherkapazitäten sowie Edge-Anwendungen (Apps), deren Implementierung nur wenige Tage in Anspruch nimmt. Die Entscheidung zwischen einer dedizierten Hardware-Lösung und einer virtuellen Lösung hängt von einer Reihe von Kriterien ab, darunter spezifische Anforderungen an Dateneigentum, Anwendungsleistung und Sicherheit.
  • Öffentliche oder private Lösungen – In Diskussionen über hybride Workload-Architekturen rückt meist die Migration in die Cloud in den Fokus. Dafür gibt es einen Grund. Jedes Unternehmen steht vor der Frage, wie IT-Funktionen optimal in die Cloud migriert werden können, da sich immer mehr geschäftskritische Anwendungen in Cloud-Umgebungen entwickeln und die Zahl der Cloud-basierten Ressourcen immer schneller zunimmt. Diese sich verändernde Landschaft macht es für IT-Organisationen erforderlich, sich anzupassen. Ein hybrider Ansatz bietet reale Vorteile für jedes Unternehmen, das seine privaten/öffentlichen Implementierungen optimieren möchte. Sie gewinnen an Agilität, etwa durch die Implementierung virtueller Strategien für neue Anwendungen, aber Sie bewahren auch die Sicherheit beim Management von Bestandssystemen über private Cloud-Ressourcen.
  • Eigenständige Entwicklung oder Ökosystem-basierte, standardisierte Off-the-Shelf-Lösungen – Die Entscheidung zwischen diesen beiden Vorgehensweise bei der Realisierung läuft auf die Abwägung hinaus, ob potenzielle Nachteile einer OTS-Lösung wie regulatorische Einschränkungen oder die spezifischen Datensicherheitsanforderungen die höheren Kosten der Inhouse-Entwicklung rechtfertigen. Es wird immer weniger praktikabel, die für die effektive Verwaltung komplexer IT-Umgebungen erforderliche Entwicklung selbst zu leisten. Darüber hinaus ist bei einer hybriden Infrastruktur unerlässlich, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, da ansonsten das Zusammenspiel von physischen, virtuellen, Legacy-, Cloud-basierten, privaten und öffentlichen Elementen zu komplex wird. Zudem kann der Verzicht auf einen konsistenten und umfassenden Ansatz für das Management der Infrastruktur Ihre digitale Transformation verlangsamen – und dieses Risiko nimmt bei einer großen Anzahl von Partnern, unterschiedlichen Service-Levels und verschiedenen Arten des Zugriffs auf Ressourcen zu.
  • Edge- oder Core-Implementierungen – Ein wesentlicher Schritt bei der Planung einer Implementierung der hybriden Multicloud ist die Festlegung, welche Anwendungen und Services im Kern und welche am Rand des Netzwerkes ausgeführt werden sollen. Bestimmte Anwendungen setzen voraus, dass die Datenspeicherung aus Gründen der Sicherheit und des Datenschutzes ober auch zur Senkung der Cloud-Kosten zentral vor Ort erfolgt, benötigen aber dennoch den schnellen Zugriff auf Cloud-basierte Analysen oder andere Anwendungen aus unterschiedlichen Clouds. In diesem Fall ist eine zentrale, Cloud-nahe Lösung am besten geeignet. Sie könnten aber auch gefordert sein, viele verteilte Elemente zu integrieren – etwa bei remote verbundenen Büros, Mitarbeitern und Datenressourcen, die eine virtuelle Desktop-Integrationslösung (VDI) nutzen, bei einem IoT-Netzwerk aus autonomen Fahrzeugen oder bei einer regionalen Lösung zur Steuerung des Verkehrsflusses. In diesen Fällen eignet sich ein Edge-Ansatz am besten, der direkte Verbindungen zu mehreren Cloud-Services nutzt. Unternehmen stehen vor der generellen Aufgabe, Elemente aus der Kern- und aus einer verteilten Infrastruktur gleichzeitig zu verwalten. Daher lohnt es sich, die gegensätzlichen Anforderungen genauer zu betrachten.
Die meisten Unternehmen werden für ihre künftigen Geschäftsanwendungen eine hybride digitale Infrastruktur einsetzen. IDC-Report

Betrachten wir zwei Konstellationen, in denen eine hybride Implementierung die Möglichkeit bietet, unterschiedliche Anforderungen an die Speicherbereitstellung zu optimieren. So wäre in Fällen, in denen lokal Interconnection-Verbindungen in die Cloud mit hohem Durchsatz erforderlich sind, eine Speicherlösung an einem zentralen Standort mit unmittelbarer Nähe zur Cloud kosteneffizient und leistungsgerecht. In anderen Einsatzszenarien kann ein Ansatz mit geringerer Präsenz vor Ort sinnvoll sein. So eignet sich eine virtuelle Speicherlösung nahe der Digital Edge besser für rein lokale Prozesse. Ein solcher Edge-Adjacent-Ansatz kann beispielsweise eine Instanz der künstlichen Intelligenz (KI) oder lokale Berechnungen umfassen. Denken Sie an ein Transportflugzeug, das typischerweise Terabytes an Flugdaten transferiert, wenn es landet. Diese Daten könnten lokal an eine nahe der Edge platzierte Ressource weitergeleitet werden, wo eine erste Verarbeitung und die temporäre Speicherung erfolgen. Im Anschluss werden nur die verarbeiteten, zusammengefassten Daten zur weiteren Analyse und Archivierung an ein zentrales Rechenzentrum weitergeleitet.

Beispiel für eine hybride Multicloud-Infrastruktur mit Core- und Edge-Szenarien

Ein wesentlicher Schritt bei der Planung einer Implementierung der hybriden Multicloud ist die Festlegung, welche Anwendungen und Services im Kern und welche am Rand des Netzwerkes ausgeführt werden sollen.

Hybride Infrastrukturen haben Zukunft

Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken. Wenn eine Form der hybriden Multicloud-Infrastruktur nicht schon Teil Ihrer Gegenwart ist, wird sie sicherlich Teil Ihrer Zukunft sein. Für digital führende Unternehmen ist es zwingend erforderlich, die Möglichkeiten der hybriden Multicloud-Infrastrukturen zu nutzen. Denn ein hybrider Ansatz erlaubt es, physische und virtuelle Elemente in einer gemeinsamen Umgebung zu integrieren, um von den Vorteilen beider Welten zu profitieren.

Diese für eine hybride Multicloud-Architektur notwendige Integration kann über eine singuläre Plattform erreicht werden, die heterogene Umgebungen ebenso unterstützt wie Colocation und virtuelle Services. Dieser integrierte Ansatz bietet Ihnen über physische oder virtuelle Verbindungen den Zugang zu zahlreichen digitalen Business-Ökosystemen. Zentrales Element ist also die Nutzung einer einfach nutzbaren Plattform, die ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit, Sicherheit oder Kontrolle bietet und deren Betreiber die Komplexität hybrider Infrastrukturen versteht.

Alle IT-Organisationen der Unternehmen stehen vor der gleichen Herausforderung: der Migration von veralteten IT-Infrastrukturdesigns zu modernen, Cloud-zentrierten Workload-Umgebungen. Die globale Plattform von Equinix verfügt über die notwendigen Services und Leistungen, um diese Herausforderung erfolgreich anzunehmen. Equinix bietet Unternehmen den einfachen Zugriff auf eigene digitale Infrastrukturbausteine und die Komponenten wichtiger Partner mit optimierter Zuverlässigkeit und Leistung, die die Auswahl, Bereitstellung und Orchestrierung einer hybriden IT-Umgebung vereinfachen. Die Angebotspalette für digitale Infrastrukturen auf Platform Equinix®, die beispielsweise Dienste wie Equinix Fabric™, Network Edge und Equinix Metal™ umfasst, nutzt moderne virtuelle Optionen am Rand der digitalen Netzwerke und vereinfacht über direkte und sichere private Interconnection den Zugang und die Integration der Services aus den stetig expandierenden Provider- und Partner-Ökosystemen.

Um mehr darüber zu erfahren, wie eine hybride Multicloud-Infrastruktur eine Beschleunigung Ihrer digitalen Transformation unterstützt, sollten Sie dieses White Paper von IDC lesen: “Ein Bauplan für den Erfolg in der digitalen Transformation: Beginnen Sie mit einer hybriden Infrastruktur und vernetzten Ökosystemen“.

Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken. Wenn eine Form der hybriden Multicloud-Infrastruktur nicht schon Teil Ihrer Gegenwart ist, wird sie sicherlich Teil Ihrer Zukunft sein.