Intelligente Fertigung: Wie die gemeinsame Nutzung von Daten die Wertschöpfung verbessern kann

Eine flexiblere IT-Infrastruktur ist für die Fertigung der nächsten Generation unverzichtbar

Theo van Andel
Intelligente Fertigung: Wie die gemeinsame Nutzung von Daten die Wertschöpfung verbessern kann

Die Fertigungsindustrie steht vor großen Herausforderungen. Ausgelöst werden diese durch viele Faktoren: steigende Kundenerwartungen, technologische Weiterentwicklungen, den zunehmend härteren Wettbewerb und nicht zuletzt die globale Pandemie. Sowohl große als auch kleine Hersteller sind dadurch gezwungen, schneller auf Veränderungen zu reagieren. Es wird daher immer wichtiger, Daten zeitnah zu sammeln und zu analysieren, um auf der Grundlage der Ergebnisse die geeigneten Entscheidungen zu treffen. Und obwohl die meisten Hersteller auf dem richtigen Weg sind, gibt es im Bereich der Digitalisierung noch einiges zu tun. Wie also können Fertigungsunternehmen die digitalen Innovationen wie das industrielle Internet der Dinge (IIoT) bestmöglich einsetzen? Wie profitieren sie optimal vom Datenaustausch mit ihren Partnern in der Lieferkette? Und wie können sie besser und schneller auf Kundenanforderungen reagieren?

Interconnection als Chance begreifen

Viele Hersteller investieren zunehmend in den Bereichen IIoT-Technologie, künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen. Dadurch nimmt die Menge der relevanten Daten schnell und deutlich zu. Laut Juniper Research wird die weltweite Zahl der IIoT-Verbindungen von 17,7 Milliarden im Jahr 2020 auf 36,8 Milliarden in 2025 steigen. Dies entspricht einer Wachstumsrate von 107 %.[1]

Diese Daten müssen zwischen Partnern transferiert, analysiert und gespeichert werden. Die Public Cloud wird daher häufig genutzt, was allerdings je nach Konfiguration auch einen erheblichen Anstieg der Betriebskosten bedeuten kann. Um diesen zu vermeiden, gestalten immer mehr Hersteller ihre IT neu. Dabei nimmt Interconnection, direkte und private Verbindungen zwischen den Partnern der Lieferkette, eine unverzichtbare Rolle ein.

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Wie ein Hersteller auf veränderte Marktanforderungen reagiert

Ein Fertigungsunternehmen für kapitalintensive Anlagen sah sich mit dem Wunsch seines Kundenstamms konfrontiert, künftig auf Betriebskosten basierende Beschaffungsmodelle wie Pay-per-Use und Leasing statt eines des Direktkaufs nutzen zu wollen. Entsprechend nahm der Hersteller ein Leasingmodell in sein Portfolio auf. Um ungeplante Ausfallzeiten und Wartungskosten zu minimieren, stattete er die Maschinen mit zahlreichen Sensoren aus, die Daten für eine vorausschauende Wartung erfassen.

Durch diese Veränderung entstanden jedoch Herausforderungen für die IT-Umgebung: Ursprünglich war die IT-Architektur lediglich für die Unterstützung von Produktionsanlagen und Vertriebsbüros konzipiert. Nun sollte sie zusätzlich die von den dezentral verteilten Maschinen übermittelten Sensordaten integrieren. Damit diese Sensoren zusammenarbeiten und bessere Erkenntnisse liefern können, müssen sie zudem dynamisch in Netzwerke, Clouds und digitale Ökosysteme eingefügt sein – und zwar über schnelle, sichere und latenzoptimierte Interconnection.

Veraltete IT bremst Hersteller

Traditionelle IT-Infrastrukturen bieten nicht die Flexibilität, die für moderne Fertigungsprozesse erforderlich ist.

Intelligente Interconnection senkt die Kosten und eröffnet neue Chancen

Der Datenaustausch zwischen den dezentral betriebenen Maschinen und dem Rechenzentrum in der Zentrale erwies sich als kostspielig. Nach Analysen wurde klar, dass sich die IT-Ausgaben für Datentransfers und Cloud-Verbindungen durch einen verteilten Ansatz und die Nutzung von Interconnection deutlich reduzieren lassen. Gründe hierfür liegen in kürzeren Verbindungswegen zwischen Nutzern und Serviceanwendungen sowie im Aufbau direkter Verbindungen mit Netzwerk- und Cloud-Anbietern an der Digital Edge. Gleichzeitig erlaubt es diese verteilte Infrastruktur, als Grundlage für weiteres Wachstum effektiver mit den Händlern vor Ort zu kommunizieren und bessere Services anzubieten.

Ein Plus an Flexibilität bei der Konnektivität, eine verbesserte Netzwerkoptimierung sowie verringerte Verbindungskosten waren die wichtigsten Vorteile, die von IT-Entscheidern im Rahmen des Equinix Global Tech Trends Survey 2020-21 genannt wurden.

Digitalisierung ist nicht optional

Wachstumstreiber forcieren den Wandel. Eine robuste und verteilte digitale Infrastruktur mit möglicher Interconnection zwischen den Partnern der Lieferkette ist heute eine Voraussetzung, um Chancen zu nutzen.

Nehmen Sie zum Beispiel eine IoT-Initiative. Ermitteln Sie, wer im digitalen Ökosystem Ihrer Branche präsent ist und mit welchen potenziellen Partnern Sie direkte Verbindungen realisieren könnten. Denn eine direkte Verbindung ist kosteneffizient, bietet Ihnen den Zugang zu Informationen in Echtzeit und bildet die Grundlage für kürzere Reaktionszeiten.

Denken Sie an KI in Verbindung mit IoT. Die Datenerfassung und -analyse über IoT-Geräte und Hochgeschwindigkeitsverbindungen erweitert die Informationen über Produktionsprozesse. Durch Sensoren und Kameras, die mit dem Netzwerk verbunden sind, erhalten Hersteller werthaltige Einblicke in die Interaktionen zwischen Maschinen, Systemen und anderen Endpunkten – und zwar in Echtzeit.

Nicht warten, sondern jetzt beginnen

Der Global Interconnection Index (GXI), eine jährlich erscheinende und von Equinix veröffentlichte Marktstudie, verfolgt die Veränderungen in der digitalen Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf das digitale Business.

Diese Studie prognostiziert, dass die installierte Kapazität an Interconnection-Bandbreite* in der Region EMEA zwischen 2019 und 2023 jährlich um 45 % wachsen wird. Spezifisch für die Fertigungsindustrie wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 36 % weltweit und 40 % in EMEA erwartet.

Durch die Verbindung mit den soliden Ökosystemen der Unternehmen aus der Fertigungsindustrie schaffen Sie als Hersteller die Basis für Ihren weiteren Erfolg. Ohne diese Konnektivität ist die Gefahr groß, dass die Konkurrenz Ihrem Unternehmen den Rang abläuft. Denn die Vorteile einer verteilten Infrastruktur an strategischen Standorten sowie des Datenaustauschs in Echtzeit mit Ihren Partnern in der Lieferkette wiegen schwer.

Die Grundlage für die Wettbewerbsvorteile von morgen schaffen Sie bereits heute mit einer digitalen Infrastruktur. In unserem Leitfaden für die Fertigungsindustrie erfahren Sie mehr darüber, wie führende Unternehmen der Branche die Möglichkeiten der Interconnection nutzen können, um ihre IT und ihre geschäftliche Flexibilität zu verbessern.

* Gesamtkapazität, die für den Datenaustausch zwischen Unternehmen bereitgestellt wird

 

[1] Industrial IoT: Future Market Outlook, Technology Analysis & Key Players 2020-2025, Juniper Research, 2020

Theo van Andel
Theo van Andel Senior Manager Field Development