TL:DR
- Missverständnisse im Bereich Edge-Computing behindern oft die Einführung. Dabei gibt es bewährte Lösungen, die eine Bereitstellung für latenzempfindliche KI-, IoT- und Echtzeitanwendungen vereinfachen.
- Softwaredefinierte Verbindungen, Managed Services und validierte Architekturen bieten Lösungen für Probleme im Zusammenhang mit dem Datenzugriff, fehlenden Kompetenzen und der Komplexität der Integration.
- Die globalen Rechenzentren von Equinix ermöglichen eine flexible Edge-Bereitstellung mit privater Konnektivität, kompetentem Support und Zugang zu einem umfangreichen Partner-Ökosystem.
Überall werden enorme Datenmengen von Sensoren des Internet of Things (IoT), seitens der Unterhaltungselektronik und Geräten erzeugt und konsumiert. Modernste Technologien erfordern von Unternehmen, all diese neuen Echtzeitdaten zusammen mit bestehenden statischen gespeicherten Datensätzen zu nutzen. Während Unternehmen neue datengestützte Möglichkeiten erkunden, nehmen die Anwendungsfälle für Edge-Computing in allen Branchen zu:
- Fernüberwachung im Gesundheitswesen
- Autonome Fahrzeuge
- Live-Multiplayer-Spiele
- Vorausschauendes Anlagenmanagement
- Personalisierte Einkaufserlebnisse
Bei diesen latenzempfindlichen Initiativen müssen Daten näher an der Quelle verarbeitet werden. Das wiederum bedeutet, dass Unternehmen eine Infrastruktur an der Edge benötigen.
Die Frage lautet also, wie man diese Infrastruktur bereitstellt und verwaltet. Wenn man sich auf zentralisierte Rechenzentren oder ausschließlichen auf die Cloud stützt, können Herausforderungen in Bezug auf Latenz, Ausfallsicherheit, Leistung, Skalierbarkeit und Kosten entstehen. Die eigenständige Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur an mehreren Standorten kann jedoch als Herausforderung wahrgenommen werden, insbesondere wenn sich die geografische Lage der Edge im Laufe der Zeit verändert.
Unternehmen sind häufig unsicher, wo sie mit Edge-Computing beginnen sollen, und haben Bedenken bzgl. der Komplexität und der technischen Herausforderungen, die mit der Verlagerung von Workloads an Edge-Standorte verbunden sind. Viele dieser Bedenken beruhen jedoch auf Missverständnissen. Es gibt bewährte Methoden, mit denen sich Edge-Computing vereinfachen und als Innovationsbeschleuniger einsetzen lässt.
Vier häufige Missverständnisse im Zusammenhang mit Edge-Computing
Unternehmen beschäftigen sich kontinuierlich mit IT-Sicherheit, Skalierbarkeit und Kosten. Die Liste der Herausforderungen umfasst nun auch Datenmanagement, Technologieintegration und Fachkräftemangel im Bereich neuer Technologien. Diese Anforderungen in Einklang zu bringen, ist nicht einfach, aber es muss nicht so schwierig sein, wie Sie vielleicht denken.
Wir möchten vier weit verbreitete Missverständnisse in Bezug auf die technische Komplexität der Implementierung von Edge-Computing betrachten und erläutern, wie Sie diese ausräumen können:
1. Edge-Computing erschwert und verteuert den Datenzugriff
Der Speicherort von Daten wirkt sich erheblich auf den Erfolg von Workloads aus, insbesondere im Bereich KI. Er kann die Anwendungsleistung, Skalierbarkeit, Kosten, Flexibilität, Sicherheit und Compliance beeinträchtigen. Unternehmen, die bereits viele Daten in der Cloud gespeichert haben, möchten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und befürchten möglicherweise, dass die Verlagerung von Daten an Edge-Standorte zu erheblichen Egress-Kosten sowie zu Problemen bei der Datenreplikation und -verwaltung führen könnte. Ihnen erscheint die Einrichtung und Verwaltung des Edge-Computing komplizierter und insgesamt technisch komplexer. Die Verbindung der Edge-Infrastruktur mit der bestehenden Infrastruktur wird als abschreckend wahrgenommen.
Realitätscheck
Tatsächlich gibt es viele Möglichkeiten, den Datenzugriff zu vereinfachen und die Edge-Infrastruktur nahtlos in die Cloud und verteilte Rechenzentren zu integrieren. Sie können softwaredefinierte Verbindungen zwischen der bestehenden Infrastruktur und neuen Edge-Standorten für eine zentrale Steuerung und die Automatisierung von Richtlinien nutzen. Validierte Architekturkonzepte können Ihnen bei der Planung, der Bereitstellung und sogar bei der Automatisierung der Skalierung helfen, um die Kosten im Griff zu behalten.
Mittlerweile ist Edge-Computing wirtschaftlich attraktiver geworden, und die Gesamtbetriebskosten sind häufig günstiger als erwartet. Anstatt im Vorfeld in neue Geräte zu investieren, können Sie eine reproduzierbare bedarfsgesteuerte Infrastruktur an der Edge nutzen. Die lokale Verarbeitung von Daten optimiert die Bandbreitennutzung und senkt damit die Netzwerkkosten. Beratungsworkshops zum Thema Cloud- oder Edge-Optimierung können Ihnen ebenfalls dabei helfen, die Wirksamkeit von Edge-Implementierungen für Ihr Unternehmen zu bewerten.
2. Uns fehlen die erforderlichen Kompetenzen im Bereich der Edge-Infrastruktur
Unternehmen befürchten auch, dass sie nicht genügend interne Fachkräfte haben, um die Infrastruktur an Edge-Standorten einzurichten und zu verwalten. Viele Unternehmen sind auf Cloud-basierte Kompetenzen und die Entwicklung von KI-Ökosystemen ausgerichtet, anstatt Infrastrukturkompetenzen zum Betrieb dieser Ökosysteme zu entwickeln. Deshalb fehlt es ihnen an Personal, um zusätzliche Infrastruktur für Nicht-Cloud-Technologien zu entwerfen, bereitzustellen und zu warten.
Realitätscheck
Sie müssen sich nicht alleine um die Edge kümmern. Es steht Ihnen fachkundige Unterstützung zur Verfügung. Wenn Sie vertrauenswürdige Managed oder Co-Managed Services und erfahrene Partner in Anspruch nehmen, können Sie die Bereitstellung und Verwaltung der Infrastruktur den Experten überlassen, während sich Ihre Teams auf Innovationen konzentrieren. Bei einer Zusammenarbeit mit den richtigen Partnern müssen Sie nicht mehr überall dort, wo Ihre Systeme eingesetzt werden, hochqualifiziertes Personal vor Ort haben.
3. Edge Computing führt zwangsläufig zu erhöhten Sicherheitsrisiken
Einige Unternehmen befürchten, dass die Dezentralisierung ihrer Daten und die Vergrößerung ihrer Angriffsfläche automatisch ein größeres Datensicherheitsrisiko mit sich bringt. Wer seine Daten derzeit in der Cloud speichert, nutzt häufig integrierte Cloud-Sicherheitskontrollen und geht daher davon aus, dass die Cloud für die Risiken verantwortlich ist. Die Speicherung von Daten und Funktionen auf privater Infrastruktur an der Edge erfordert eine Weiterentwicklung dieser Risikominderungsstrategie, und das kann abschreckend wirken.
Realitätscheck
Edge-Computing ermöglicht es Ihnen, Daten näher an ihrem Entstehungsort zu verarbeiten und die Übertragung sensibler Informationen zu minimieren.. Obwohl öffentliche und private Infrastrukturen gleichermaßen Sicherheitsrisiken bergen, ermöglicht Ihnen die Nutzung einer privaten Edge-Infrastruktur eine bessere Übersicht und detaillierte Kontrolle über Ihre wertvollsten Daten. Sie schützt zudem sensible Informationen besser als die öffentliche Cloud. Darüber hinaus können verteilte Umgebungen die Ausfallsicherheit stärker verbessern als öffentliche Clouds.
4. Die Edge-Infrastruktur ist technisch zu komplex und lässt sich nicht in unsere bestehenden Systeme integrieren
Unternehmen könnten der Ansicht sein, dass es zu problematisch ist, Edge-Infrastrukturen in ihre bestehenden Systeme zu integrieren. Es ist richtig, dass die Verbindung verschiedener Endpunkte innerhalb einer Edge-Architektur eine Herausforderung darstellen kann. Unternehmen müssen ihre Hauptknotenpunkte und Edge-Standorte integrieren. Im Sinne einer vereinfachten Verwaltung sollte beides einheitlich überwacht werden können.
Realitätscheck
Zwar ist die technische Komplexität real, jedoch vereinfachen standardisierte, reproduzierbare Bereitstellungen die Implementierung des Edge-Computing erheblich. Dank automatisierter, privater Verbindungslösungen können Sie alle Teile Ihrer verteilten Infrastruktur nahtlos miteinander verbinden.
Wie man Edge-Computing vereinfachen kann
Obwohl Edge-Computing auf den ersten Blick komplex erscheinen mag, gibt es zahlreiche Lösungen und Dienste, mit denen es vereinfacht werden kann. Im Folgenden finden Sie einige Empfehlungen:
Nutzen Sie lokale Fachressourcen
Sie müssen nicht an jedem Standort Personal vor Ort haben. Stattdessen sollten Sie sich auf lokale, von Experten betreute Dienste stützen und mit Partnern zusammenarbeiten, die Ihre Infrastruktur vor Ort physisch einrichten und verwalten können. Es gibt vollständig verwaltete Lösungen, die alles von der Installation der Infrastruktur bis zum Anwendungsmanagement abdecken, sowie teilweise verwaltete Lösungen, die nur bestimmte Funktionen übernehmen und den Rest Ihnen überlassen. Wie auch immer, Sie haben die Wahl.
Aufbau eines vielfältigen Partner-Ökosystems
Beim Edge-Computing geht es nicht nur um die lokale Verarbeitung, sondern auch darum, mit den für Ihr Unternehmen geeigneten Partnern an den richtigen Standorten verbunden und präsent zu sein. Wählen Sie Rechenzentrumspartner, die Ihnen die Expansion in neue Märkte ermöglichen, wenn Ihr Unternehmen wächst. Finden Sie die Experten, mit denen Sie zusammenarbeiten möchten, ermitteln Sie, wo diese sich befinden, und richten Sie dann eine Infrastruktur ein, mit der Sie alle Elemente Ihres Unternehmensökosystems problemlos miteinander verbinden können: Clouds, Netzwerke, Content-Anbieter, spezialisierte KI-Dienste und vieles mehr.
Positionieren Sie sich mit Blick auf Flexibilität, Skalierbarkeit und Neutralität
Die Dezentralisierung Ihrer Infrastruktur im Rahmen eines Edge-Modells erhöht Ihre Flexibilität bei der Speicherung und Übertragung Ihrer Daten. Sie können eine oder mehrere Clouds sowie physische und virtuelle IT-Lösungen nutzen. Angesichts der Unvorhersehbarkeit der Zukunft ist es wichtig, über Optionen zu verfügen, um Ihre Edge-Infrastruktur bei sich ändernden Anforderungen weiterzuentwickeln. Achten Sie bei der Entwicklung und Bereitstellung darauf, dass eine einfache Skalierung nach oben und unten möglich ist, und erweitern Sie kontinuierlich Ihren Partnerkreis, um eine Bindung an einen bestimmten Anbieter zu vermeiden.
Erkunden Sie Ihre Edge-Möglichkeiten mit Equinix
Equinix ist hervorragend positioniert, um Unternehmen bei der Vereinfachung ihrer Edge-Implementierungen zu unterstützen. Bei über 270 Rechenzentren weltweit finden Unternehmen mit Equinix ihren idealen Edge-Standort – egal wo.
Die Experten von Equinix stehen bereit, um Sie mit bedarfsgerechten Workshops zur Cloud- und Edge-Optimierung zu unterstützen. Darüber hinaus bieten wir ein umfangreiches Ökosystem mit Tausenden Unternehmen, Clouds, SaaS-Anbietern und Netzwerk-Service-Providern, sodass Sie in einer neutralen Umgebung mit den Anbietern Ihrer Wahl zusammenarbeiten können.
Equinix Fabric® bietet bedarfsgesteuerte, sichere, private Konnektivität über verteilte Umgebungen hinweg und vereinfacht damit die Komplexität der Vernetzung in Edge-Umgebungen. Sollten Sie zusätzliche Unterstützung bei Ihrer Edge-Transformation benötigen, bieten Equinix Managed Solutions und Enablement Services hochqualifizierte Personalressourcen vor Ort, um die Infrastruktur an Edge-Standorten aufzubauen und zu verwalten.
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